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Ob Zimmertür, Heizkörper, Geländer oder alte Fliesen im Bad: Mit dem richtigen Lack bekommen Bauteile eine neue Oberfläche, ohne dass du sie austauschen musst. Hier findest du deckende Lacke für Holz, Metall, Hart-PVC, Fliesen und Badewannen von MEGA, Caparol, Jaeger und Profitec. Dazu kommen Grundierungen, Vorlacke und Isolierprodukte, die den Untergrund vorbereiten. Auf dieser Seite erfährst du, welcher Lack zu deinem Untergrund passt, wann du grundieren musst und wie du Menge und Trocknungszeiten planst.

Lack oder Lasur: der Unterschied

Ein Lack bildet auf der Oberfläche einen geschlossenen Film. Er deckt die Maserung ab und schützt gegen Feuchtigkeit, Abrieb und bei Metall auch gegen Rost. Eine Lasur zieht dagegen teilweise in das Holz ein und lässt die Struktur sichtbar. Dafür ist der Schutz bei Bauteilen, die viel anfassen oder Wasser abbekommen, meist geringer.

Die Produkte in dieser Kategorie sind deckende Lacke, Grundierungen und Isolierungen. Eine transparente Lasur ist aktuell nicht dabei. Willst du die Maserung erhalten, frag uns über die Fachberatung, wir sagen dir, was zu deinem Holz passt. Soll die Fläche gleichmäßig weiß oder farbig werden, bist du hier richtig.

Welcher Lack für welchen Untergrund

UntergrundTypische BauteileWorauf du achten solltest
Holz innenTüren, Zargen, MöbelMattlack oder Seidenglanz, wasserbasiert für wenig Geruch
Holz außenFenster, Haustüren, HolzverkleidungenInnen- und außenfreigegebener Lack, Holzfeuchte beachten
Eisen und StahlGeländer, Zäune, ToreImmer mit Rostschutzgrund beginnen
Zink, Aluminium, KupferDachrinnen, FensterblecheHaftprimer oder Grund, glatte Metalle vorher anschleifen
Hart-PVCRollladenkästen, FensterbänkeAnschleifen, reinigen, grundieren
HeizkörperRippen- und PlattenheizkörperEigener Heizkörperlack mit Temperaturangabe
Fliesen, BadewanneWand- und Bodenfliesen, WannenSpezialsysteme, keine Universallacke

Bei gemischten Bauteilen, etwa einer Holztür mit Metallbeschlägen, hilft ein Allroundlack mit Direkthaftung. Der Profitec P327 Multilack WB haftet laut Hersteller auf tragfähigen Altanstrichen, Hart-PVC, Aluminium, Zink und Holz. Auch die All-in-One-Lacke von MEGA sind für diesen Einsatz gedacht.

Die Marken im Überblick

Jede Marke hat hier einen eigenen Schwerpunkt, das hilft bei der Vorauswahl.

  • MEGA deckt die größte Bandbreite ab: wasserbasierte Aqualacke und klassische Alkydharzlacke, Grundierungen, Heizkörperlacke und ein Sprühsystem für Türen, Zargen und Metall.
  • Caparol steht mit Capacryl und Capalac für Systeme aus Haftprimer, Rostschutz, Metallschutzlack und dem PU-Aufbau für Holz.
  • Jaeger liefert Isolierprodukte gegen Flecken sowie die Spezialsysteme für Fliesen und Badewanne.
  • Profitec ist mit dem P327 Multilack der Allrounder für gemischte Untergründe.

Du musst dich nicht auf eine Marke festlegen. Grund und Decklack stammen idealerweise vom selben Hersteller, damit beide aufeinander abgestimmt sind. Das gilt besonders bei Rostschutz und beim PU-System.

Wasserbasis oder Lösemittel

Lösemittelbasierte Lacke, meist auf Alkydharz, sind der Klassiker. Sie bleiben länger offen, verlaufen dadurch gut und bilden eine harte Oberfläche. Sie riechen aber stark, und Werkzeug reinigst du mit Verdünnung. Beispiele im Sortiment sind die MEGA Classic Lacke, der MEGA 002 Allgrund und der Capalac Dickschichtlack.

Wasserbasierte Lacke ersetzen einen großen Teil der Lösemittel durch Wasser. Dazu gehören die MEGA Aqualacke, der Capacryl TriMaxx Venti und der Capalac Aqua Metallschutzlack. Das bringt drei Vorteile:

  • Der Geruch ist deutlich schwächer, was in bewohnten Räumen den Unterschied macht.
  • Pinsel und Rolle reinigst du mit Wasser.
  • Der Gehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) ist niedriger. Beim MEGA 160 Aqualack liegt er bei höchstens 130 g/l, beim lösemittelbasierten MEGA 107 bei höchstens 300 g/l.

Der Nachteil ist ein kürzeres Zeitfenster beim Streichen. Wasserlack zieht an der Oberfläche schneller an. Arbeitest du an einer großen Fläche, streiche zügig in einem Zug und setze nicht mehrmals an einer Kante an, sonst bleiben Ansätze sichtbar.

Noch ein Punkt bei Weiß: Alkydharzlacke können mit den Jahren leicht vergilben, besonders an dunklen oder warmen Stellen. Wasserbasierte Lacke tun das weniger. Der Aqualack Heizkörperlack von MEGA neigt laut Hersteller kaum zum Vergilben, was bei weißen Heizkörpern zählt.

Schichtaufbau: wann du grundieren musst

Wie lange ein Anstrich hält, entscheidet sich mehr am Aufbau als am Decklack. Es gibt drei Wege.

All-in-One: Grund- und Decklack in einem Produkt

Die All-in-One-Lacke wie MEGA 160 Aqualack, MEGA 107 Classic oder Capacryl TriMaxx Venti haften direkt auf Holz, Hart-PVC, Aluminium und tragfähigen Altanstrichen. Tragfähig heißt: fest haftend, sauber und angeschliffen. Du sparst dir eine Grundierung und streichst zweimal mit demselben Lack. Beim MEGA 160 sind laut Datenblatt zwei Anstriche am selben Tag möglich.

Eigene Grundierung bei kritischen Untergründen

Bei Eisen und Stahl führt kein Weg an einem Rostschutzgrund vorbei. Der MEGA 002 Allgrund und der Capalac AllGrund enthalten Korrosionsschutz und haften zusätzlich auf Zink, Aluminium, Hart-PVC und Holz. Für alte Lackschichten, Zink, Aluminium und Kupfer gibt es den Capacryl Haftprimer. Wichtig bei Zink: Auf einem damit behandelten Untergrund folgt besser ein Acryllack als ein Alkydharzlack.

Der MEGA 060 Aqualack All in One Primer ist ein wasserbasierter Universalgrund. Er haftet auf vielen Untergründen, vom Holz über Hart-PVC bis zum Beton, und sperrt Holzinhaltsstoffe, Nikotin und Wasserflecken ab. Für die Sperrwirkung gegen Holzinhaltsstoffe streichst du zweimal mit mindestens fünf bis sechs Stunden Pause.

Mehrstufig für höhere Ansprüche

Bei stark beanspruchten oder optisch anspruchsvollen Bauteilen lohnt sich ein System aus Vorlack und Decklack. Der MEGA 001 Classic Vorlack ist ein matter, gut schleifbarer Vorlack für Holz, Metall und Hart-PVC. Caparol bietet mit Capacryl PU-Vorlack und PU-Satin ein wasserbasiertes Polyurethan-System. Der Vorlack füllt kleine Unebenheiten und gleicht die Saugfähigkeit aus. Der PU-Satin folgt als seidenmatter Decklack.

Flecken und Verfärbungen isolieren

Wasserflecken, Nikotin und Teer schlagen durch mehrere Schichten normalen Lacks wieder durch. Ein Isoliergrund versiegelt die Stelle, bevor du überstreichst.

Das Jaeger 124 Kronen Isolierspray ist für kleine Stellen gedacht und kommt direkt aus der Dose, ohne Pinsel. Es sperrt unter anderem Teer, Bitumen, Nikotin und Wasserflecken. Für größere Flächen auf Putz, Beton, Holz und Faserzement nimmst du das Jaeger 123 Kronen Flecken-Isolierweiß HS. Alte Holzdecken sowie MDF-, OSB-, Span- und Hartfaserplatten streichst du mit der Jaeger 319 Kronen Holz-Isolier- und Deckenfarbe, die es matt und seidenglänzend gibt.

Streichst du eine Fläche mit Verfärbungen nur mit Decklack, kommt der Fleck meist nach Wochen zurück. Der Isoliergrund ist dann die bessere Lösung, weil du nicht doppelt streichen musst.

Metall und Heizkörper richtig lackieren

Für Eisen, Stahl und verzinkten Stahl gibt es zwei Metallschutzlacke mit unterschiedlicher Stärke. Der Capalac Dickschichtlack ist ein lösemittelhaltiger Einkomponentenlack, der in dicker Schicht aufgetragen wird. Er eignet sich für stark beanspruchte Außenteile mit hohem Rostrisiko. Der Capalac Aqua Metallschutzlack ist wasserbasiert und erfüllt die Anforderungen der DIN EN ISO 12944-6, einer Norm für den Korrosionsschutz von Stahlbauten. Er riecht weniger und passt gut, wenn Geruch oder Reinigung eine Rolle spielen.

Eine dritte Möglichkeit ist der MEGA 154 Quick & Easy Spray 3in1. Er dient als Grund-, Zwischen- und Decklack in einem. Du verarbeitest ihn nur mit dem passenden MEGA-Sprühgerät bei etwa 0,5 bar. Für den Korrosionsschutz bis zur Kategorie C4 nach DIN EN ISO 12944 nennt der Hersteller mindestens drei Anstriche.

Heizkörper brauchen einen eigenen Lack, weil normale Lacke Dauerwärme oft schlecht vertragen und mit der Zeit vergilben können. Zwei Produkte stehen zur Wahl:

  • Der MEGA 131 Aqualack Heizkörperlack ist wasserbasiert, glänzend, bis 120 °C temperaturbeständig, gedacht für Warmwasserheizkörper und Heizungsrohre in Innenräumen, auch in Feuchträumen.
  • Das MEGA 105 Classic Heizkörperlackspray kommt aus der Sprühdose, eignet sich für kleine Flächen, ist hochglänzend und hält bis 180 °C aus.

Entferne vorher Rost, schleife alte Anstriche an und grundiere blanke Stellen. Nach dem Lackieren lässt du den Heizkörper etwa 24 Stunden an der Luft trocknen, bevor du ihn schrittweise in Betrieb nimmst.

Fliesen und Badewanne auffrischen

Intakte, aber veraltete Fliesen musst du nicht herausreißen. Der Jaeger 875 Aqua Fliesenlack vereint Grundierung, Decklack und Versiegelung für Wand- und Bodenfliesen in Bad, WC und Küche. Er ist nicht für Flächen mit stehendem Wasser gedacht, für Duschböden scheidet er also aus. Die Wanne selbst lackierst du mit dem Jaeger 887 Badewannenlack. Der Jaeger 897 Badewannen- und Fliesenlack ist ein zweikomponentiges, wasserbasiertes System in glänzender Optik, das auch die angrenzenden Fliesen erfasst. Beide sind für den Innenbereich vorgesehen.

Der Kompromiss: Du bekommst keinen neuen Keramik- oder Emaillebelag, sondern einen Lackfilm. Der reagiert empfindlicher auf scharfe Reiniger und scheuernde Schwämme.

Glanzgrade im Vergleich

Der Glanzgrad bestimmt die Optik und die Pflege. Gemessen wird er in Glanzeinheiten (GE) bei einem Messwinkel von 60 Grad. Je höher der Glanz, desto dichter ist die Oberfläche und desto leichter wischst du Flecken ab.

GlanzgradOptikBeispiel
Matt (unter 10 GE)Kaum Reflexion, kaschiert kleine UnebenheitenMEGA 132 Aqualack Mattweiß
SeidenmattLeichter Schimmer, Kompromiss aus Optik und PflegeCapalac Seidenmatt-Buntlack, Capacryl PU-Satin
Seidenglänzend (ca. 20 bis 35 GE)Sichtbarer Glanz, robuste FlächeMEGA 160 Aqualack, MEGA 107 Classic
Glänzend / hochglänzendStarke Reflexion, zeigt Unebenheiten am deutlichstenMEGA 101 Classic Weißlack, Jaeger 897

Für Türen, Zargen und Fensterrahmen im Wohnbereich ist Seidenmatt oder Seidenglanz der übliche Mittelweg. Glänzende Lacke zeigen jeden Pinselstrich und jede Delle, wähle sie nur für glatte, gut vorbereitete Flächen.

Untergrund vorbereiten und Menge berechnen

Viele Lackschäden entstehen durch Fehler bei der Vorbereitung, nicht durch das Produkt.

  • Alte, glänzende Anstriche anschleifen, damit der Lack greift. Auf einer glatten Fläche hält selbst ein guter Lack schlecht.
  • Fett, Staub und Wachsreste entfernen. Rückstände zeigen sich später als matte Stellen oder Abplatzer.
  • Hart-PVC mit Schleifpapier gröber als 180er Körnung anschleifen, dann Staub absaugen und grundieren.
  • Holzfeuchte prüfen. Maßhaltige Bauteile verziehen sich kaum, etwa Fenster. Je nach Produkt dürfen sie höchstens 13 bis 15 Prozent Restfeuchte haben, begrenzt maßhaltige Teile bis zu 18 Prozent. Das steht im technischen Datenblatt.
  • Rost komplett entfernen, bevor du Metall grundierst.

Arbeite bei mindestens 8 Grad Lufttemperatur, das ist bei den meisten Produkten die Untergrenze. Streiche in dünnen Schichten in Faserrichtung, am besten mit Pinsel oder feinporiger Rolle. Halte dich an die Trocknungszeiten auf dem Gebinde. Als Richtwerte nennen die Datenblätter: Der MEGA 160 ist nach 3 bis 4 Stunden überstreichbar, der MEGA 107 nach 6 bis 8 Stunden. Durchgehärtet sind die Lacke erst nach etwa 7 bis 14 Tagen, belaste die Fläche bis dahin nur vorsichtig.

Die Menge rechnest du selbst: Fläche mal Verbrauch pro Anstrich mal Anzahl der Anstriche. Lacke verbrauchen meist 80 bis 140 Milliliter pro Quadratmeter und Schicht. Zehn Quadratmeter mit zwei Anstrichen à 140 Milliliter ergeben 2,8 Liter. Plane etwas Reserve ein, so musst du nicht mitten im Projekt nachbestellen.

Häufige Fragen

Muss ich vor dem Lackieren immer grundieren?

Nicht immer. Auf tragfähigen Altanstrichen, Holz, Hart-PVC und Aluminium reicht oft ein All-in-One-Lack mit Direkthaftung. Auf Eisen, Stahl, Zink und Pulverbeschichtungen brauchst du vorher einen passenden Grund.

Kann ich einen Innenlack draußen verwenden?

Nur wenn er dafür freigegeben ist. Der MEGA 132 Aqualack Mattweiß ist zum Beispiel nur für innen, der MEGA 130 Aqualack Seidenweiß Plus dagegen für innen und außen. Die Angabe steht im Produkttext.

Was ist der Unterschied zwischen Fliesenlack und Badewannenlack?

Der Jaeger 875 Aqua Fliesenlack ist für Wand- und Bodenfliesen gedacht und verträgt kein stehendes Wasser. Die Badewannenlacke Jaeger 887 und Jaeger 897 sind für die Wanne formuliert. Der Jaeger 897 erfasst zusätzlich die angrenzenden Fliesen.

Kann ich Wasserlack auf Lösemittellack streichen?

Auf einem festen, angeschliffenen Altanstrich geht das bei vielen Produkten, etwa beim Capacryl TriMaxx Venti auf tragfähigem Alkydharzlack. Prüfe die Angabe im Datenblatt und streiche im Zweifel eine kleine Probefläche.

Wie lange dauert es, bis ein lackierter Heizkörper wieder heizen darf?

Beim MEGA 131 Aqualack Heizkörperlack nennt der Hersteller etwa 24 Stunden Trocknung an der Luft. Danach nimmst du ihn schrittweise in Betrieb.